FDP-Kulturexpertin Sandt zu Dürer-Portrait: Respekt statt verbaler Brandstiftung
15.02.2012
München, 15.2.2012 (lp). Zur Debatte um Albrecht Dürers Selbstbildnis im Pelzrock aus dem Jahr 1500 erklärt Julika Sandt, kulturpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag: „Ich bedauere zutiefst, dass der Zustand des Ölgemäldes offenbar keine Ausleihe erlaubt, aber wir müssen die Expertise respektieren. Schließlich hat der Erhalt dieses Meisterwerks für die Nachwelt oberste Priorität. Das Portrait markiert den Übergang vom späten Mittelalter in die Neuzeit. Der Künstler inszeniert sich darauf selbstbewusst in einer frontalen Ansicht, wie es in dieser Epoche sonst nur Königen und Christus vorbehalten war.“ Dennoch ist Sandt als studierte Kunsthistorikerin und Abgeordnete überzeugt, dass die Nürnberger Ausstellung ein voller Erfolg wird und noch mehr Menschen für Dürers Kunst begeistert. „ Das erfreuliche an der Debatte der letzten Wochen ist, dass Albrecht Dürer bereits ins Zentrum des öffentlichen Interesses in Nord- wie in Südbayern gerückt ist. Hätte es der konservatorische Zustand erlaubt, hätte ich mir gewünscht, dass das Gemälde nach Nürnberg verliehen wird.“
Alle Fraktionen hatten dies in Dringlichkeitsanträgen gefordert. Sandt kritisiert jedoch: „Schädlich war im Vorfeld die Forderung der Grünen, das Portrait – wenn der konservatorische Zustand keine Ausleihe möglich macht – dauerhaft nach Nürnberg zu verfrachten. Wir wollten doch das Haus Wittelsbacher für die Ausleihe gewinnen, statt Ängste zu schüren. Das ist grüne Brandstiftung! “




